Wie wird der Morbus Bechterew behandelt?
Die Behandlung des ebenfalls bisher nicht heilbaren Morbus Bechterews ähnelt nur in wenigen Aspekten der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (Wie kann man rheumatoide Arthritis behandeln?). Die DMARDs (Methotrexat, Sulfasalazin u.a.) wirken ebenso wie Kortison bei Morbus Bechterew nicht zufrieden stellend auf die Entzündungsherde in der Wirbelsäule und sind hierfür auch nicht zugelassen.
Der Behandlung mit nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder COX-2-Hemmern kommt eine besondere Bedeutung zu, da ein großer Anteil der Patienten mit Morbus Bechterew dadurch eine deutliche Besserung der Symptome verspürt. Darüber hinaus wird vermutet, dass auch die Röntgenveränderungen durch die Einnahme von NSAR positiv beeinflusst werden. [1]
Wenn diese Therapie oder die Injektion von Kortikosteroiden in das Kreuz-Darmbeingelenk nicht ausreichend wirksam sind, kann versuchsweise bei überwiegender Beteiligung peripherer Gelenke (wie z.B. Knie- oder Sprunggelenke) Sulfasalazin eingesetzt werden. [2]
Gut wirksam sind - wie bei der Rheumatoiden Arthritis - TNFα-Blocker. Diese können die Beweglichkeit und die Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule und Gelenke verbessern und erhöhen dadurch meist auch die Lebensqualität.
Die wichtigste Säule in der Therapie des Morbus Bechterews ist die konsequente und regelmäßige Gymnastik. Aktive Bewegungsübungen sind in jedem Erkrankungsstadium die wichtigsten Maßnahmen.
Im Frühstadium dienen sie dazu, der Fehlhaltung des Bewegungsapparates, der Versteifung der Wirbelsäule oder anderen möglichen Spätfolgen der Erkrankung vorzubeugen. Wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, richtet sich die physiotherapeutische Behandlung nach den jeweiligen Symptomen.
Entsprechend der Beschwerden führt der Physiotherapeut eine individuell gestaltete Behandlung durch. Dazu gehören z.B. Elemente der Brustkorbmobilisation, Atemverbreiterung, Schulung der Wirbelsäulenbeweglichkeit, Mobilisation eingeschränkter Gelenke, Training der Bauch- und Rückenmuskulatur.
Regelmäßige Übungen erhöhen die Beweglichkeit bzw. den Bewegungsradius bestimmter Gelenke. So fällt es leichter, sich ohne Schmerzen zu bewegen. Gezieltes Training bewirkt, dass Knochen, Knorpel und Muskeln besser durchblutet und versorgt werden. Dadurch verbessern sich auch Muskelkraft und Ausdauer. Idealerweise werden die Übungen auch zu Hause durchgeführt und fest in den Tagesablauf integriert. Am besten bringt man schon morgens den Körper mit ein paar Übungen in Schwung. So werden Schmerzen und Morgensteifigkeit bekämpft und der Tag kann dynamisch beginnen.
Nach dem Motto "Bechterew'ler brauchen Bewegung" ist die Beteiligung an Gruppengymnastik ebenfalls empfehlenswert. Vielerorts wird regelmäßig Funktionstraining unter fachlicher Anleitung speziell für Patienten mit Morbus Bechterew durch die DVMB angeboten.
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Abbildung: Bechterew-Patient bei Physiotherapie
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- Wanders A, Heide D, Landewe R, Behier JM, Calin A, Olivieri I, Zeidler H, Dougados M. Nonsteroidal antiinflammmatory drugs reduce radiographic progression in patients with ankylosing spondyiltis: a randomized clinical trial. Arthritis Rheum 2005; 52: 1756-1765
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- Zeidler H, Zacher J, Hiepe F (Hrsg). Interdisziplinäre klinische Rheumatologie. 2. Aufl. Heidelberg. Springer 2008, 921.
