Wie wird der Morbus Bechterew diagnostiziert?

Da die Beschwerden anfangs eher uncharakteristisch sind und Kreuzschmerzen in der Bevölkerung sehr häufig vorkommen (nur etwa 5 % der Patienten mit Rückenschmerzen haben wirklich einen Morbus Bechterew), wird die Erkrankung bei vielen Betroffenen erst spät erkannt – oft vergehen 5 bis 7 Jahre bis zur Diagnosestellung. [1] Eine Maßnahme zur Förderung der Früherkennung bei Morbus Bechterew ist auf der Internetseite www.ruecken-experte.de zu finden.

Zur Diagnose führen:

  • Genaue Befragung (Anamnese)
  • Körperliche Untersuchung mit besonderem Augenmerk auf der Beweglichkeit von Wirbelsäule und Brustkorb
  • Labortests

Ein wichtiger Bluttest ist neben der Blutsenkungsgeschwindigkeit die Bestimmung des C-reaktiven Proteins, wobei bei einigen Patienten trotz hoher Krankheitsaktivität diese Werte nicht erhöht sind. Die Bestimmung von HLA-B27, einem Marker auf Blutzellen, der bei über 90 % der Bechterew-Patienten [2], aber nur bei 7 bis 9 % der Bevölkerung nachweisbar ist, ist von großer Bedeutung bei der Diagnostik. [3]

Durch Röntgenuntersuchungen können Befunde an den Kreuz-Darmbeingelenken oder der Wirbelsäule erhoben werden, die die Diagnose sichern. In der Frühphase der Erkrankung kann die Kernspintomographie mehr Aussagekraft haben. [4]

1
Bischoff HP, Heisel J, Locher H (Hrsg). Praxis der konservativen Orthopädie. 1. Aufl. Stuttgart. Thieme 2007, 512.
2
Zeidler H, Zacher J, Hiepe F (Hrsg). Interdisziplinäre klinische Rheumatologie. 2. Aufl. Heidelberg. Springer 2008, 908.
3
Bischoff HP, Heisel J, Locher H (Hrsg). Praxis der konservativen Orthopädie. 1. Aufl. Stuttgart. Thieme 2007, 512.
4
Rudwaleit M, van der Heijde D, Khan MA, Braun J, Sieper J. How to diagnose axial spondyloarthritis early. Ann Rheum Dis. 2004; 63: 535-43.